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Qualitätskriterien für Passivhäuser
Passivhäuser sind Gebäude, in denen eine behagliche Temperatur im Winter ohne separates Heizsystem und im Sommer ohne Klimaanlage mit extrem geringem Energieaufwand zu erreichen ist. Der Heizwärmebedarf wird auf 15 kWh/(m²a) und der Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom auf 120 kWh/(m²a) begrenzt. Gerade durch die verwendeten Passivhaus-
Die Realisierung von Passivhäusern stellt hohe Ansprüche an die verwendeten Komponenten.
1. Behaglichkeit + Komfort
* Erst die hohen Innenoberflächen-
* Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt kontinuierlich für frische Luft, ohne dass Zugerscheinungen auftreten (Lufteintrittstemperatur im Raum nicht unter 17°C) und ohne dass die Bewohner sich aktiv um die Lüftung kümmern müssen. Der Frischluftbedarf nach DIN 1946 (30 m³/h je Person im Gebäude) soll im Regelbetrieb nicht überschritten werden, da sonst die Raumluft im Winter zu trocken wird. Eine solche Anlage ist nicht mit einer Klimaanlage zu verwechseln, eine Befeuchtung der Luft innerhalb des Lüftungssystems ist aus hygienischen Gründen zu vermeiden.
* Die Schallbelastung durch lüftungstechnische Anlagen ist auf 25 dBa zu begrenzen. Hierzu sind Kanäle und Ventile angemessen auszulegen und Schalldämpfer einzusetzen.
* Für eine ausreichende Querlüftung im Sommer sind öffenbare Fenster in jedem außenliegenden Raum erforderlich. Für den Sommerbetrieb der Lüftungsanlage muss ein Bypass am Wärmeübertrager vorhanden sein, der optionale Erdreichwärmetauscher kann zusätzlich für kühle Luft sorgen.
* Um unnötiges Aufheizen des Gebäudes zu verhindern sind vor größeren Fensterflächen nach Osten bzw. Westen geeignete Sonnenschutzmaßnahmen vorzusehen. Für Süd gerichtete Fensterflächen sind sie für ein optimales Klima empfehlenswert.
* Der Einsatz stromsparender Haushaltsgeräte und Beleuchtung und der gute Wärmeschutz von Brauchwarmwasserspeicher und -
2. Qualitätsstandard für Konstruktion und Technik
* Zur Vermeidung von Bauteilfeuchte und Schimmelbildung sind eine kontinuierliche Belüftung mit einer mechanischen Lüftungsanlage sowie der hohe Wärmeschutz mit wärmebrückenfreier Ausführung aller Außenbauteile Voraussetzung. Insbesondere im Bereich der Fenster und Türen müssen wärmegedämmter Profile, 3-
* Zur Gewährleistung der Funktion von Lüftung und Heizung sowie zur Vermeidung von tauwasserbedingten Konstruktionsschäden ist eine ausgezeichnete Gebäude-
* Zur Gewährleistung einer gesunden, sauberen Frischluftzufuhr ist der Einsatz hochwertiger Filter (F7 an der Ansaugstelle) und von Kondensatabläufen in Erdreichwärmetauscher und Lüftungsgerät erforderlich. Die Wärmerückgewinnung aus der Abluft muss ohne Vermischung mit der Frischluft erfolgen. Auf eine Luftbefeuchtung innerhalb des Lüftungssystems wird aus hygienischen Gründen verzichtet (Passivhäuser verfügen über Hygiene-
3. Energieeffizienz
* Die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-
* Es sind Verglasungen mit Ug-
* Die Fenstersysteme benötigen wärmegedämmte Rahmenprofile mit mehrfacher Lippendichtung. Der resultierende Wärmedurchgangskoeffizient von Fenstern (und Türen) ist zu begrenzen: Uw (Ud) kleiner 0,80 W/(m²K) unter Berücksichtigung von Rahmen (Uf), Verglasung (Ug), Randabstandhalter (YGlasrand) bzw. Uw (Ud) kleiner 0,85 W/(m²K) unter zusätzlicher Berücksichtigung der Einbausituation im gedämmten Bauteil (YEinbau).
* Der Wärmebereitstellungsgrad der Lüftungsanlagen (hWRG) muss über 75 % liegen. Der Stromverbrauch für Ventilatoren und Steuerung ist auf 0,45 Wh/m³ befördertem Luftvolumen zu begrenzen.
* Die Wärmeverluste bei der Brauchwasserbereitung, -
* Zur Reduzierung des Strombedarfs sind hocheffiziente Gebäudetechnik (Ventilatoren, Pumpen, Steuerung) sowie elektrischer Haushaltsgeräte und Beleuchtung.
4. Passivhaus-
Die bloße Zusammenstellung Passivhaus geeigneter Einzelkomponenten reicht noch nicht aus, um ein Gebäude zum Passivhaus zu machen: Die Wechselwirkungen zwischen den Komponenten machen eine integrale Planung notwendig, mit welcher der Passivhaus-
Energiekennwert Heizwärme <
Drucktestluftwechsel n50 < 0,6 h-
Energiekennwert Primärenergie <
Aktuelle Kriterien für die Zertifizierung können unter www.passiv.de heruntergeladen werden.
Dann stellt sich in der Regel eine Gebäudeheizlast von 10 W/m² ein und eine Beheizbarkeit über die Lüftungsanlage kann gewährleistet werden.
Das Heizlast-
5. Zertifikate
Die maßgeblichen Kriterien für Passivhaus-
* Komponenten wie Verglasungen, Fenster, Türen, Lüftungsanlagen und Bauteilanschlüsse, denen durch das PHI die Bezeichnung "Passivhaus geeignete Komponente" zuerkannt wurde, erfüllen die entsprechenden Anforderungen an die Einzelkomponenten. Für zertifizierte Passivhaus-
* Gebäude, denen die Bezeichnung „Qualitätsgeprüftes Passivhaus“ durch das PHI oder eine von ihm akkreditierte Stelle zuerkannt worden ist, erfüllen die o. g. Kriterien. Bei sorgfältiger Ausführung ist zu erwarten, dass sich die berechneten Energiekennwerte bei standardgemäßer Wohnnutzung erreichen lassen.
6. Nachweisverfahren und Normenbezug
* Passivhaus-
Nachweisverfahren für den Passivhaus-
* Gebäudeluftdichtheit:
Grundlage für den Nachweis der Gebäudeluftdichtheit ist die DIN EN 13829. Abweichend von DIN EN 13829 wird je eine Messreihe für Überdruck und für Unterdruck empfohlen. Der Drucktest ist nur für die beheizte Gebäudehülle durchzuführen (Keller, Vorbauten, Wintergärten etc., die nicht in die thermische Gebäudehülle integriert sind, sind vom Drucktest auszunehmen). Die Prüfung wird zu einem Zeitpunkt empfohlen, an der die luftdichtende Ebene noch zugänglich ist und Ausbesserungen vorgenommen werden können. Eine Prüfung nach Fertigstellung aller Ausbauarbeiten kann zusätzlich erfolgen.
* Energiebezugsfläche:
Bezugsgröße für den Energiebedarf nach PHPP ist die Wohnfläche nach 2. Berechnungsverordnung (2.BV, §§ 42-
* Opake Bauteile:
Die Wärmedurchgangskoeffizienten U sind nach DIN EN ISO 6946 zu ermitteln. Das PHPP bietet hierfür eine einfache Rechenhilfe.
* Wärmebrücken:
Wärmebrückenverlustkoeffizienten geometrischer und konstruktiver Wärmebrücken werden mit einem mehrdimensionalem Wärmestromprogramm ermittelt. Hierfür sind am Markt zahlreiche EDV-
* Verglasungen:
Der Wärmedurchgangskoeffizient Ug für Verglasungen ist nach DIN EN 673 zu ermitteln und mit zwei wertgebenden Stellen in Folgeberechnungen zu verwenden. Für Werte mit Ug kleiner 1 bedeutet dies eine Genauigkeit von zwei Dezimalstellen. Der Gesamtenergie-
* Türen, Fenster und Pfosten-
Die Rechenwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten für Türen (Ud) und Rahmeprofile (Uf) sowie des Wärmebrückenverlustkoeffizienten im Glasrand (YGlasrand) sind (i.d.R. vom Hersteller) nach DIN EN 10077-
* Lüftungsgeräte:
Der Wärmebereitstellungsgrad wird nach dem Prüfverfahren des PHI ermittelt. Stehen nur Messwerte nach dem Prüfverfahren des DIBT zu Verfügung, werden hiervon 12%-
* Zertifizierte Komponenten:
Für die vom PHI zertifizierten Komponenten liegen die erforderlichen Rechenwerte vor. (s. www.passiv.de
(Quelle: IG Passivhaus)